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Schulamt

FI Mag. Zekrija Sejdini

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A-1070 Wien

Tel.: +43 1 523 364 523
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Über Schulamt

 

 

Islamunterricht in Österreich

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Seit dem Schuljahr 1982/83 wird in Österreich Islamunterricht angeboten. Dies ist innerhalb Europas eine Besonderheit, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem gesetzlichen Anerkennungsstatus des Islam seit 1912 steht. Hier gilt Österreich als modellhaft, da sich positive Effekte für die Integration ergeben. Der Unterricht wird in deutscher Sprache gehalten.

Im Schuljahr 2010/2011 gibt es ca. 57.000 muslimische SchülerInnen, die in Österreich den islamischen Religionsunterricht besuchen und dabei von rund 430 LehrerInnen an ca. 2.000 Standorten betreut werden. Seit 1998 besteht mit der Islamischen Religionspädagogischen Akademie eine eigene Institution für die Ausbildung der Fachkräfte. Diese wurde mit dem Hochschulgesetz 2005 zu einem privaten Studiengang für das Lehramt für islamische Religion umgewandelt (www.irpa.ac.at). Die Aufgabe der Lehrerfortbildung erfüllt das Private Hochschullehrgang für Islamische Religionspädagogische Weiterbildung (www.ihl.ac.at).

Als Minderheit können Muslime in Österreich sehr zufrieden damit sein, dass die Gleichbehandlung mit anderen anerkannten Religionsgemeinschaften ihnen viele Möglichkeiten öffnet. Dabei kommt dem Islamunterricht eine entscheidende Rolle zu. Nicht zuletzt ergeben sich durch das kollegiale Verhältnis zu anderen LehrerInnen wertvolle Impulse für den Dialog.


Ziele des Islamunterrichtes an öffentlichen Schulen


Einheitliche und gesicherte Inhalte
Eine solide Ausbildung über islamische Inhalte gepaart mit einer zu eigenem kritischen Denken anregende Unterrichtsführung erzieht zu einer Haltung der Mäßigung, der Bewusstheit der eigenen gesellschaftlichen Verantwortung im Sinne des Gemeinwohls und einem ethischen Handeln, das auf gegenseitigen Respekt und Verständnis ausgerichtet ist. Der Islam bietet eine Fülle von Inhalten, die mit dem modernen Begriff „Friedenserziehung“ zu beschreiben sind. Hier liegt ein Schwerpunkt der Arbeit der LehrerInnen.

 

Betonung des islamischen Weges der Mitte
Eine solide Ausbildung über islamische Inhalte gepaart mit einer zu eigenem kritischen Denken anregende Unterrichtsführung erzieht zu einer Haltung der Mäßigung, der Bewusstheit der eigenen gesellschaftlichen Verantwortung im Sinne des Gemeinwohls und einem ethischen Handeln, das auf gegenseitigen Respekt und Verständnis ausgerichtet ist. Der Islam bietet eine Fülle von Inhalten, die mit dem modernen Begriff „Friedenserziehung“ zu beschreiben sind. Hier liegt ein Schwerpunkt der Arbeit der LehrerInnen.


Förderung der eigenen Identität

Der Islamunterricht führt Kinder und Jugendliche zusammen, die aufgrund ihrer Herkunft einen unterschiedlichen Hintergrund haben. So wird eine lebendige Reflexion über die eigene Identität als Muslime gefördert. Das Verbindende steht im Vordergrund und jegliche chauvinistische Nationalismen werden im Rahmen der antirassistischen Ausrichtung des Islam kritisch zurückgewiesen. Gerade für junge Menschen der zweiten und dritten Generation bietet der Religionsunterricht eine wichtige Orientierung und einen geschützten Raum, um über die eigene soziale Rolle nachzudenken.


Bewusstmachung der Kompatibilität einer islamischen Lebensweise mit dem Gefühl der Zugehörigkeit zu Österreich und Europa
Die Frage nach der Integration des Islam in Europa kann im Unterricht aufgegriffen werden und im Gespräch mit den SchülerInnen die Vereinbarkeit ihrer Identität als Muslime und Menschen, die den Lebensmittelpunkt Österreich teilen, herausgearbeitet werden.

Umgang mit Vielfalt

Indem der Reichtum innerhalb des Islam für die SchülerInnen durch die Berücksichtigung der unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und islamischen Rechtsschulen erfahrbar wird, werden auch Ansätze für eine positive Bewertung vielfältiger Zugänge geliefert, die zugleich vielfältige Lösungsmodelle anbieten können. Dabei unterstützt die gemeinsame Basis der zentralen Kernaussagen des Islam den innermuslimischen Diskurs, der hier einen einigenden Rückhalt findet.
 

Förderung des konstruktiven innermuslimischen Dialogs

Muslime in Europa sehen sich einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber. Die Schule als ein Ort der Bildung schafft Voraussetzungen dafür, dass Muslime in Österreich ihr eigenes Profil gewinnen können und im späteren Leben fähig sind, kritisch und eigenständig an aktuelle Fragen zu gehen. Schließlich regt der Islamunterricht auch zu einer Beschäftigung mit Unterschieden zwischen Tradition und islamischer Lehre an.


Eintreten für Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen

Die kritische Auseinandersetzung mit Traditionen, die mit dem Islam scheinbar begründet werden, aber diesem mitunter zuwiderlaufen, ist gerade bei der Behandlung der Stellung der Frau wichtig und kann helfen, alte dem Islam widersprechende Rollenmuster zu revidieren.


Kompetenz im Umgang mit Vielfalt in der eigenen Gruppe als Schlüssel zu einer generellen Bejahung von Vielfalt
Unsere Gesellschaft ist pluralistisch und „Diversität“ längst ein Fachwort, das Eingang in die Beschäftigung mit Wegen gefunden hat, die uns diese Vielfalt als gemeinsame Chance begreiflich und nutzbar machen. Wer sich mit Vielfalt innerhalb des eigenen Kontextes auseinander gesetzt hat, kann leichter die so gewonnen Erfahrungen gesamtgesellschaftlich übertragen.

Wissen als Prämisse für einen breiten Dialog

Erfreulicherweise gewinnt der Dialog an immer größerer Bedeutung. Ein breiter Dialog, an dem große Teile der Bevölkerung teilhaben, verlangt nach Dialogpartnern, die durch ihre Sachkenntnis die Qualität des Diskurses sichern. Wird die „Brückenbauerfunktion“ der jungen muslimischen Generation oft angeführt, so gehört dazu auch eine Ausbildung über den eigenen religiösen Hintergrund wie sie der Islamunterricht leistet.


Integration durch Partizipation

Das Motto der Islamischen Glaubensgemeinschaft zum 25jährigen Jubiläum lässt sich ganz besonders auf den Islamunterricht umlegen. Ziel ist es schließlich, junge muslimische Menschen dazu heranzubilden, wertvolle Mitglieder in der Gesellschaft zu sein und sie zu ermutigen, durch Teilhabe an einem friedlichen und respektvollen Zusammenleben mitzuwirken.

 

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